Das Stadium der Vegetationsentfaltung wird auf den Kanaren nicht, wie in den meisten Gebieten Europas, von der Temperatur (Sommer/Winter) bestimmt, sondern hauptsächlich von der Niederschlagsmenge. Das bedeutet, dass im Spätsommer die heisseste Zeit in allen Zonen ist und damit auch die Ruhezeit für pflanzliches Wachstum.
Die Sommerdürre fehlt lediglich an den Nordseiten der westlichen Kanarischen Inseln (Teneriffa, Gran Canaria, La Palma, El Hierro), wo sich Passatwolken aufstauen (Lorbeerwald, Wolkenzone). Hier findet auch während der heissen Jahreszeit Wachstum statt, die Bäume haben daher auch keine Jahresringe.
In den Küstengebieten und im Sukkulentenbusch ergrünt die Vegetation bereits nach den ersten Niederschlägen im Herbst, das Wachstum endet im späten Frühjahr. Von Mai bis September ist Ruhezeit.
Da, wo Bewässerung erfolgt, sind selbst die Lagen nahe am Meer auch im Sommer sattgrün. Zudem sind wegen dem Fehlen der Winterkälte mehrere Ernten im Jahr möglich.
In der Kiefernwald-Zone ist das Optimum der Vegetations-Entwicklung erst im späten Frühjahr, wenn nach Regen die Temperaturen steigen. Auch auf den Wiesen in diesem Höhenbereich entwickelt sich im Mai eine wahre Blütenpracht.
In den Gebirgslagen finden die Pflanzen ihr Wachstumsmaximum im Frühsommer, da noch genügend Feuchtigkeit im Boden vorhanden ist und die Temperaturen nicht mehr zu niedrig sind.